Verpackungsverbrauch in Deutschland

Nachhaltigkeit_Recycling

Statement zu „Verpackungsverbrauch in Deutschland weiterhin sehr hoch“ des Umweltbundesamtes vom 25.07.2018

In einer Pressemitteilung des Umweltbundesamtes (UBA) vom 25. Juli 2018 nimmt Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA Stellung zu Themen wie Recycling, Rezyklateinsatz und dem grundsätzlichen Verpackungsverbrauch in Deutschland. Hierzu hat das Forum Getränkedose – vertreten durch Stephan Rösgen, Geschäftsführer – ein Antwortschreiben verfasst, welches im Folgenden zitiert wird.

Bad Münder/Köln, 29.08.2018
Sehr geehrte Frau Krautzberger,

mit großem Interesse haben wir Ihre Veröffentlichung zum Verpackungsverbrauch in Deutschland zur Kenntnis genommen und möchten auf diesem Wege einige inhaltliche Aspekte näher beleuchten respektive kommentieren.

Wir sind sehr erfreut über Ihre Feststellung der Notwendigkeit, Recycling und den Rezyklateinsatz weiter zu stärken, um Umwelt und Ressourcen zu schonen. Als Forum Getränkedose, stellvertretend für die führenden Verpackungshersteller Ardagh Group, Ball Beverage Packaging Europe und Crown Holdings, gehen wir hundertprozentig konform mit dieser Forderung. Konkreter gesagt: Wir setzen diese Forderung seit Jahren konsequent um. Denn auch für uns ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit Ressourcen ein Schlüsselkriterium jeglichen unternehmerischen Wirkens. Mit Aluminium und Stahl verwendet die Metallverpackungsindustrie für die Getränkedose „permanente Materialien“. Diese verfügen über inhärente Eigenschaften, die sich weder beim Gebrauch noch beim Recycling ändern. Denn anders als alternative Verpackungsmaterialien können Aluminium und Stahl nahezu unbegrenzt und ohne Verlust von Qualität oder grundlegenden Eigenschaften recycelt werden. Dieser Prozess des Multirecyclings ist für uns absolut alternativlos. Mit einem dauerhaft verfügbaren Material wie Stahl bzw. Aluminium haben wir den Grundstein gelegt, um den Wertstoffkreislauf zu schließen und eine echte Kreislaufwirtschaft zu bilden.

Zurecht stellen Sie weiterhin fest, dass die Recyclingquoten bei einigen Verpackungsalternativen ausbaufähig sind. Bei u. a. Stahl und Aluminium werten Sie die Quoten als „vergleichsweise hoch“ – was sich ebenfalls mit unserer Einschätzung deckt. Immerhin liegen wir mit den genannten Quoten mit hoher Sicherheit über den nationalen wie auch internationalen Anforderungen.

Zu Ihrer Aussage: „Glas und Aluminium sind in der Herstellung jedoch sehr energieintensiv“ stellen wir fest: Durch die dauerhafte Verwertung von Stahl und Aluminium als Ausgangstoff für neue Produkte schonen wir bereits bei der Herstellung von Dosen natürliche Ressourcen. Primäre Rohstoffe werden eingespart und die Verwertungsverfahren der Metallverpackungsindustrie zeigen sich schon heute höchst energieeffizient. Dabei bleibt die Energie, die zur Primärmaterialherstellung benötigt wird, im Material ent- und erhalten. So wird nur 5% der Primärproduktionsenergie benötigt um ein Produkt aus Sekundäraluminium herzustellen. Metall wirkt also geradezu wie ein Energiespeicher.

Hinsichtlich Ihrer Aussage „Insbesondere bei Kunststoffen müssen wir das wertvolle Material stärker dem Recycling zuführen und weiter nutzen“ müssen wir feststellen, dass Kunststoffe – obwohl sie als Ressource verstanden und entsprechend verwertet werden müssten – derzeit in der Regel bereits nach wenigen Umläufen der thermischen Nutzung oder der energetischen Verwertung unterzogen werden. Dies entspricht nicht unserer Vorstellung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft und ist, gerade in Bezug auf Klimaschutz und die Vermeidung von CO2-Emissionen, als nicht positiv zu bewerten. Im Gegensatz dazu zeigt die Verwendung „permanenter Materialien“ wie Aluminium und Stahl im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft hier ihre wahre Stärke.

Vor allem in Deutschland als europäischer Vorreiternation wird sich daher konsequent der Verantwortung für das wertschöpfende Material gestellt. Einige Zahlen machen dies sichtbar: So sind 80 Prozent aller je hergestellten Metalle heute noch im Umlauf. Wo effiziente Verwertungssysteme existent sind, liegen die Recyclingquoten bei über 90 Prozent – in Deutschland kommt die Getränkedose sogar auf beständige 99 Prozent. Durch die Verwendung von recyceltem Material werden bis zu 95 Prozent an Energie eingespart. Seit Beginn dieses Jahrtausends hat die Branche so ihre CO2-Emissionen in Europa bereits um 30 Prozent senken können.

Sehr geehrte Frau Krautzberger, wir würden uns freuen, wenn unsere Ausführungen bei Ihnen Anklang finden und möchten Sie gerne dazu einladen, sich im Rahmen eines persönlichen Gesprächs mit mir und meinen Kollegen über die weiteren Vorzüge der Getränkedose und ihr Recyclingpotenzial zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Rösgen
Geschäftsführer des Forum Getränkedose

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